Als Oktopus bezeichnet man im Tauchen eine zusätzlich vorhandene
parallele zweite Stufe eines zweistufigen Atemreglers,
die im Notfall zum Einsatz kommen kann, um einen Tauchpartner mit Luft zu versorgen.
Der Name leitet sich aus dem vielarmigen Erscheinungsbild des Atemreglers ab,
das durch den zusätzlichen, oft frei im Wasser schwebenden Schlauch mit zweiter Atemreglerstufe
und Mundstück entsteht.
Der Oktopus darf nicht mit einem zweiten eigenständigen Atemregler verwechselt werden.
Im Gegensatz zu getrennten Atemreglersystemen benutzt der Oktopus die erste Stufe des Hauptsystems mit.
Das bedeutet, dass im Fall eines Ausfalls der ersten Stufe beide zweiten Stufen nicht
mehr zur Verfügung stehen.
Daher bieten Oktopus-Systeme in kalten Gewässern wegen der erhöhten Vereisungsgefahr
der ersten Stufe keine ausreichende Sicherheit.
Außerdem hängt die Sicherheit davon ab, dass stets eine so große Atemluftreserve zurückbehalten wird,
dass beide Partner inklusive eventueller Dekompressionszeiten zur Oberfläche aufsteigen könnten.
Der wesentliche Nutzen eines Oktopus liegt darin, einen Tauchpartner,
dessen Luftzufuhr ausgefallen ist, parallel mit Luft zu versorgen,
ohne auf die schwierige Wechselatmung aus einem Mundstück angewiesen zu sein.
Vorteile von Oktopus-Systemen in Warmgewässern gegenüber zwei getrennten Atemreglern
sind im Wesentlichen der günstigere Preis sowie die Möglichkeit, Flaschenventile
mit nur einem Anschluss auch ohne Adapter verwenden zu können.
Bei Tauchgängen mit hohen Anforderungen an die Sicherheit der Luftversorgung
(tiefe Tauchgänge, kalte Gewässer, Höhlentauchen) werden hingegen stets
vollständig unabhängige Reserve-Atemregler eingesetzt.
Bleitaschen
Bleigewichte sind ein wichtiger Teil der Tauchausrüstung.
Sie haben beim Tauchen die Aufgabe, den Auftrieb des Tauchers
und seiner Ausrüstung zu kompensieren. Die Menge des Bleis muss so bemessen sein,
dass der Taucher ein neutrales Verhältnis zwischen Auf- und Abtrieb herstellen
und so in jeder Wassertiefe schweben kann.
Je nach Ausrüstung, Erfahrung des Tauchers und Gewässer
(Salzwasser hat eine größere Dichte und damit mehr Auftrieb als Süßwasser)
kann die Menge des benötigten Bleis zwischen zwei und zwölf Kilogramm betragen.
Die Bleigewichte werden meistens an einem Bleigurt befestigt,
der um die Hüfte des Tauchers getragen wird.
Alternativ zu den massiven Bleistücken gibt es Softblei, das aus Bleigranulat besteht
und in Stoffbeuteln eingenäht ist. Für Softblei gibt es spezielle Gurte mit Taschen.
Softblei lässt sich bequemer tragen als die harten und kantigen massiven Bleigewichte.
Der Bleigurt wird mit einer Schnalle verschlossen, die sich auch während
des Tauchgangs nachspannen lässt und die eine Schnellabwurfvorrichtung hat.
Im Notfall muss es möglich sein, mit einem Handgriff die Schnalle zu öffnen,
um den Bleigurt abzuwerfen und einen Notaufstieg zu machen.
Alternativ zum Bleigurt gibt es Tarierwesten mit integrierten Bleitaschen.
Der Vorteil ist, dass der Taucher nicht mehr von einem Gurt eingeengt wird.
Außerdem wird hierdurch die Wirbelsäule entlastet, da nicht wie beim Bleigurt die Hüfte
nach unten und der Oberkörper durch das Jacket nach oben gezogen wird.
Durch zusätzliche Taschen kann mit Hilfe von Trimmblei die Anordnung
und Lage des Bleis für den Abtrieb optimal positioniert werden.
Die Bleitaschen an den Tarierwesten sind ebenfalls mit einer Schnellabwurfvorrichtung ausgestattet.
Blei wird wegen seiner hohen Dichte und seines geringen Preises verwendet.
Auch lässt es sich leicht in jede beliebige Form gießen.
Es ist ratsam, lackierte Bleigewichte oder solche mit einem Überzug zu verwenden,
da einige Korrosionsprodukte, besonders organische Bleisalze, giftig sind.
Tiefenmesser
Der Tiefenmesser ist ein wichtiger Teil der Tauchausrüstung
und zeigt dem Taucher seine aktuelle und meistens auch seine maximale Tauchtiefe an.
In U-Booten wird er ebenfalls eingesetzt, um die Tiefenlage des Bootes zu ermitteln.
Der Tiefenmesser ist ein Druck-Messgerät (Manometer).
Weil mit zunehmender Wassertiefe auch der Druck zunimmt (1 bar auf 10 m),
kann durch den Druckunterschied zur Wasseroberfläche die genaue Tauchtiefe ermittelt werden.
Es gibt verschiedene Bauformen von Tiefenmessern:
- Der Boyle-Mariottesche Tiefenmesser besteht aus einem kreisförmig gebogenen,
einseitig offenen Glasröhrchen. Er besitzt keine beweglichen Teile.
Beim Tauchen dringt das Wasser in das Röhrchen ein und
komprimiert je nach Tauchtiefe die darin befindliche Luft.
Der Rand der Luftblase im Röhrchen zeigt an einer Skala die Tiefe an.
Im Tiefenbereich bis 10 m zeigt dieser Tiefenmesser recht genau an.
Weil sich der Druck in diesem Bereich von 1 auf 2 bar verdoppelt,
steht die Hälfte der Skala dafür zur Verfügung.
In größeren Tiefen wird die Anzeige immer ungenauer.
Die maximale Tauchtiefe lässt sich mit diesem Tiefenmesser nicht festhalten.
- Der Rohrfedertiefenmesser besteht aus einer gebogenen Röhre aus federndem Metall,
dem Bourdon-Rohr, auf das der Wasserdruck je nach Bauart des Tiefenmessers
von innen oder von außen einwirkt. Wenn der Druck zunimmt, streckt sich das Röhrchen;
wenn er abnimmt nimmt es die ursprüngliche Krümmung wieder ein.
Diese Bewegung wird auf einen Zeiger übertragen, der mit einem Schleppzeiger
die maximal erreichte Tauchtiefe markieren kann. Die Genauigkeit der Anzeige ist gut.
- Beim Membrantiefenmesser wirkt der Wasserdruck auf eine flexible Metalldose,
die bei steigendem Wasserdruck immer mehr zusammengepresst wird.
Die Bewegung der Membrane wird ebenfalls auf einen Zeiger
und ggf. Schleppzeiger übertragen. Die Genauigkeit der Anzeige ist sehr gut.
In Tauchcomputern ist ein Tiefenmesser integriert, dessen Messwerte digitalisiert
und bei der Berechnung der Nullzeit / Dekompressionszeit verwendet werden.
Die Tauchtiefe wird zusammen mit den anderen Werten auf dem Display als Zahl angezeigt.
Die maximale Tauchtiefe wird elektronisch gespeichert.
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